Kaum ist ein Kind da, denken viele Eltern darüber nach, wie sie ihm den Start ins Leben erleichtern können. Ob Führerschein, erste eigene Wohnung, Studium oder einfach ein finanzielles Polster im jungen Erwachsenenalter: Früh zu beginnen lohnt sich. Doch neben der Frage, wie viel gespart wird, stellt sich auch die Frage, wie du steuerliche Vorteile nutzt und das Geld optimal einsetzt.
Warum frühes Sparen für Kinder so wichtig ist
Je früher du für dein Kind sparst, desto mehr Zeit hat dein Geld zu wachsen. Schon kleine Beträge können über viele Jahre zu einer spürbaren Summe werden. Und genauso wichtig wie das Sparen selbst ist die Frage, wie du dabei Steuern sparst und die vorhandenen Freibeträge clever ausnutzt.
Welche Steuerfreibeträge es für Kinder gibt
In Deutschland gibt es mehrere Steuerfreibeträge und Freibetragsregelungen, die Eltern nutzen können. Zum einen profitieren Kinder von eigenen Freibeträgen auf Einkünfte und Kapitalerträge. Dazu gehören unter anderem der Grundfreibetrag und der Sparerpauschbetrag des Kindes. Diese Freibeträge sorgen dafür, dass Erträge aus Sparplänen und Depots steuerfrei bleiben, solange bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Wie hoch sind diese Freibeträge genau?
Ein Kinderkonto oder Kinderdepot kann steuerlich sehr attraktiv sein. Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden oder Gewinne aus Wertpapierverkäufen bleiben bis zu einer gewissen Höhe steuerfrei. Dazu zählen zum Beispiel:
- Der Sparerpauschbetrag des Kindes von 1.000 Euro pro Jahr
- Der Grundfreibetrag von über 12.000 Euro jährlich
Theoretisch können so Kapitalerträge eines Kindes von rund 13.000 Euro im Jahr steuerfrei bleiben, wenn die Voraussetzungen stimmen. In der Praxis spielt diese hohe Grenze bei normalen Sparraten aber kaum eine Rolle, sie zeigt vor allem, dass beim Kinderdepot praktisch nie Abgeltungssteuer anfällt, solange das Kind keine weiteren Einkünfte hat.
Aufpassen bei der Familienversicherung
Die eigenen Einkünfte deines Kindes zählen für die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse mit. Liegen die Kapitalerträge dauerhaft über der jährlich angepassten Einkommensgrenze (Größenordnung einige Hundert Euro im Monat), kann der kostenfreie Schutz entfallen. Bei normalen Sparraten ist das kein Thema, bei größeren Einmalbeträgen solltest du es im Blick behalten.
Warum ein eigenes Kinderkonto oder Depot sinnvoll ist
Sparen Eltern Geld in eigenen Konten oder Depots für ihre Kinder, wirkt sich das steuerlich anders aus, als wenn sie es im eigenen Namen tun. Läuft das Konto oder Depot auf den Namen des Kindes, gelten die Freibeträge des Kindes und Eltern können Vorteile nutzen, die sonst verloren gehen würden. Das gilt insbesondere bei Kapitalerträgen.
Das Geld gehört rechtlich dem Kind
Was auf den Namen des Kindes läuft, ist auch rechtlich sein Vermögen. Mit 18 kann dein Kind frei darüber verfügen, auch anders, als du es dir vorgestellt hast. Außerdem zählt das Vermögen später zum Beispiel bei BAföG mit. Wer flexibel bleiben möchte, spart einen Teil bewusst im eigenen Namen.
Freistellungsauftrag nutzen und Steuer sparen
Ein wichtiger Punkt ist der sogenannte Freistellungsauftrag. Für Kinder können Eltern einen Freistellungsauftrag bis 1.000 Euro einrichten. Dadurch bleiben die ersten Kapitalerträge automatisch steuerfrei. Ohne Freistellungsauftrag würde die Bank automatisch Abgeltungssteuer einbehalten. Mit Freistellungsauftrag nutzt du den steuerfreien Raum optimal aus.
Freistellungsauftrag nicht vergessen
Richte den Freistellungsauftrag für das Kinderdepot direkt zu Beginn ein. So bleiben die ersten Kapitalerträge automatisch steuerfrei und die Bank behält keine Abgeltungssteuer ein.Langfristig denken statt kurzfristig sparen
Bei einem Kindersparplan lohnt sich ein Blick auf den Zinseszinseffekt. Je früher du beginnst, desto stärker wirkt dieser Effekt über viele Jahre. Selbst kleine monatliche Sparraten können über Jahrzehnte zu einer beträchtlichen Summe wachsen. Ein ETF-Sparplan für Kinder oder ein langfristiges Depot kann hier sinnvoll sein, weil der Steuervorteil für Kapitalerträge des Kindes genutzt wird. Länger sparen bedeutet mehr Nutzen.
Was aus dem Sparen für dein Kind werden kann
Wie viel aus einer überschaubaren monatlichen Rate über 15, 18 oder 20 Jahre werden kann, lässt sich leicht durchspielen. Stell im Simulator einfach die Sparrate und den Zeitraum bis zur Volljährigkeit deines Kindes ein.
Was der Zinseszins aus dir macht
Auf einem Sparbuch (0,5 % p. a.) wären es nur rund 63.897 €.
Unverbindliche Orientierung, keine Anlageberatung. Die Berechnung unterstellt eine gleichbleibende Rendite und berücksichtigt weder Schwankungen, Kosten noch Steuern. Die optionale Inflations-Anzeige zinst das Endkapital nur auf die heutige Kaufkraft ab. Höhere Renditen gehen mit höheren Risiken einher; Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Deine passende Strategie finden wir gemeinsam.
Kindergeld versus Kinderfreibetrag: Was Eltern wissen sollten
Neben der direkten steuerlichen Behandlung von Sparplänen gibt es weitere staatliche Unterstützungen wie das Kindergeld und den Kinderfreibetrag. Diese Regelungen sorgen dafür, dass ein Teil des Unterhalts und der Betreuung eines Kindes steuerlich begünstigt wird. Bei der Steuerveranlagung prüft das Finanzamt automatisch, welche Variante, Kindergeld oder Kinderfreibetrag, für dich günstiger ist. Du musst dich hier nicht aktiv entscheiden, das Finanzamt führt die sogenannte Günstigerprüfung durch.
Weitere steuerliche Vorteile für Familien
Über die Kapitalerträge hinaus gibt es andere steuerliche Vorteile für Eltern. Dazu gehören zum Beispiel Freibeträge für Betreuung und Ausbildung oder die Möglichkeit, bestimmte Kosten wie Kinderbetreuung als Sonderausgaben geltend zu machen. Steuern sparen ist auch bei der Familienplanung ein echter Hebel.
Ein Beispiel aus der Praxis
Stell dir vor, du legst für dein Kind jeden Monat 50 Euro in ein Kinderdepot an. Über 15 oder 20 Jahre kann das dank Zinseszinseffekt zu einer ordentlichen Summe wachsen. Wenn ein Teil der Erträge durch Freibeträge steuerfrei bleibt, bleibt am Ende noch mehr übrig. Mit kluger Planung gibst du deinem Kind einen echten Vorsprung.
Was du für dich mitnehmen solltest
Ein Kindersparplan kann mehr sein als nur ein zusätzliches Konto. Durch die Nutzung von Steuerfreibeträgen und steuerlichen Vorteilen lässt sich langfristig ein starkes finanzielles Polster aufbauen. Dabei zählt nicht, wie viel Geld du jetzt hast, sondern wie klug du es für die Zukunft nutzt. Früh zu beginnen lohnt sich immer.
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